Norbert Gieseler
Meinhardt, Gieseler & Partner Kanzlei für Wirtschaftsrecht
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Hohe Erbschaftsteuern lassen sich vermeiden - Geschickte Planung lässt den Fiskus leer ausgehen




(Nürnberg) Alljährlich werden mehr als 200 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt. Auch der Staat erfreut sich dieser Erbschaftswelle – nimmt er doch Jahr für Jahr mehr als 3 Milliarden Euro an Erbschaftsteuer ein.
 
Mehr als die Hälfte davon, so schätzt der Kieler Steuerberater Jörg Passau, Vizepräsident der Deutschen Anwalts-, Notar- und Steuerberatervereinigung für Erb- und Familienrecht e. V. mit Sitz in Nürnberg, werden allerdings unnötig entrichtet. Bei rechtzeitiger Vorsorge und geschickter Planung, so der Steuerexperte, ließen sich viele Steuerbescheide drastisch reduzieren oder gar ganz vermeiden.

-Zehnjahresfristen nutzen:

Alle zehn Jahre lässt sich Vermögen im Rahmen der steuerlichen Freibeträge neu auf die nächste Generation übertragen. Hinterlässt der Vater seinem Sohn am Todestag € 600.000,00, hinterlässt er ihm auch eine Erbschaftsteuer von € 59.250,00. Hätte der Vater hingegen bereits zu Lebzeiten in Abständen von je zehn Jahren je € 200.000,00 auf den Sohn übertragen und liegt die letzte Schenkung am Todestage ebenfalls bereits zehn Jahre zurück, hätte das gesamte Vermögen steuerfrei auf das Kind übergehen können. Es liegt auf der Hand, so Passau, dass dieser Effekt sich bei größerem Vermögen und Vorhandensein mehrerer Kind noch erheblich steigern lässt.

-Doppelbelastung vermeiden

Bei Vermögen oberhalb der steuerlichen Freibeträge, so ergänzt sein Nürnberger Vorstandskollege, der Erb- und Steuerfachanwalt Dr. Norbert Gieseler, sei es auch ungünstig, wenn sich Ehegatten beim Tode des Erstversterbenden zunächst als alleinige Erben einsetzen und nach dem Tode des Letztversterbenden erst die Kinder.

Auf diese Weise, so Gieseler, wird dasselbe Vermögen gleich zweimal besteuert und die Freibeträge der Kinder beim Tode des Erstversterbenden der Ehegatten sind unwiederbringlich verloren. Darüber hinaus erhöht sich die Steuerlast für die Kinder nach dem Tode des Letztversterbenden noch zusätzlich dadurch, dass das gesamte Vermögen auf einmal auf die Kinder übergeht und dadurch in der Regel auch nächsthöhere Steuerprogressionsstufen zum Ansatz kommen. Steuerlich vorteilhafter, so Gieseler, sei es, Kindern, gegebenenfalls auch Enkeln, beim Tode des Erstversterbenden bereits ein Vermächtnis in Höhe ihrer steuerlichen Freibeträge auszusetzen oder, je nach Vermögenszusammensetzung und Familienkonstellation, dem überlebenden Ehegatten am Nachlass ein lebenslanges Nießbrauchsrecht einzuräumen und die Kinder stattdessen gleich nach dem Tode des Erstversterbenden als Erben einzusetzen. Derartige Verfügungen, so warnt Gieseler, sollten allerdings nur nach vorheriger eingehender rechtlicher und steuerlicher Prüfung erfolgen, um Überraschungen für die Überlebenden zu vermeiden.

-Verwandtschaftsgrade beachten

Grundsätzlich gilt: Je weitläufiger der Verwandtschaftsgrad, desto höher die Steuer. Wer z. B. bei einem Vermögen von € 400.000,00 seine Tochter und seinen Schwiegersohn je zur Hälfte als Erben einsetzt, um diesen Steuern zu ersparen, hat gefehlt, betont Gieseler. Während die Erbschaft für die Tochter in Höhe von € 200.000,00 steuerfrei bleibt, müsste der Schwiegersohn in diesem Fall für seinen Anteil aufgrund seiner Zugehörigkeit in einer höheren Steuerklasse € 32.249,00 an Erbschaftsteuern zahlen. Erhielte die Tochter hingegen die gesamte Erbschaft von € 400.000,00 allein, so müsste sie nur den den Freibetrag von € 205.000,00 übersteigenden Teil von € 195.000,00 mit 11 % versteuern, mithin nur € 21.450,00.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die beiden Steuerexperten auch bei Vorhandensein von Vermögen oberhalb der steuerlichen Freibeträge vor Abfassung eines Testamentes auch steuerlichen Rat einzuholen. Das hierdurch entstehende Honorar, so betonen sie, werde durch die nachfolgende Steuerersparnis in der Regel mehr als wettgemacht.

Mehr zum Thema enthalten auch die Ratgeber „Sterben macht Erben“ sowie „Sterben und Steuern“, je € 8,00 zzgl. je € 1,10 Versand, c/o DANSEF, Königstorgraben 3, 90402 Nürnberg, Telefon: 0911/2443770, Telefax: 0911/2443799, E-Mail: info@dansef.de


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SteuerberaterRechtsanwalt/Fachanwalt
Jörg Passaufür Steuerrecht und Erbrecht
VizepräsidentDr. Norbert Gieseler
c/o Passau, Niemeyer & Partnerc/o Rechtsanwälte Dr. Scholz & Weispfenning
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